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Interview mit Stella

Warum habt ihr euch als Assistenz für Menschen mit Behinderung beworben? Zuerst wollte ich eigentlich Reiseleiterin für Kinder ohne Behinderung werden. Durch Zufall hab ich dann über Google von YAT erfahren und fand das total interessant. Beworben hab ich mich dann, weil ich vorher wenig mit Menschen mit Behinderung zu tun hatte und einfach neugierig war aber auch ein bisschen, um pflegerische Erfahrungen zu sammeln, was für mein Studium sinnvoll ist. In welcher Rolle seht ihr euch bei eurer Arbeit als Assistenz? Dem Reisendem bei dem helfen was er nicht selbst kann, ihm viel Spaß auf der Reise zu ermöglichen aber natürlich auch bei Problemen zur Seite zu stehen.

Welche Aufgaben habt ihr an einem Tag auf Reisen zu erledigen? Morgens fängt es damit an, den Reisenden zu wecken und beim Aufstehen, Anziehen und Waschen/Toilette zu helfen. Dann geht es zum Frühstück, benötigen Teilnehmer Hilfe beim Essen z.B. beim kleinschneiden vom Essen. Nach dem Zähneputzen machen wir meistens einen Ausflug. Also zusehen, dass alle Sachen dafür gepackt sind und ein Lunchpaket zusammengestellt ist. Während der Ausflüge selber schieben wir die Reisenden, manchmal müssen auch Rollstühle in den Zug oder in die UBahn gehoben werden. Am Anfang ist das ziemlich schwierig aber mit der Zeit gewöhnt man sich dran. Wenn der Tag zu Ende und alle Teilnehmer im Bett sind (das ist manchmal erst um 2 Uhr nachts der Fall!) machen wir noch eine Teambesprechung, um den Tag zu besprechen und die weitere Reise zu planen.

Wie lautet euer Motto beziehungsweise eure Motivation? Dass der Teilnehmer so viel Spaß wie möglich auf der Reise hat!

Welche Verbindungen gibt es zwischen euch und dem Reisenden? Mit einem Mitreisenden bin ich dreimal auf Reise gefahren, dadurch haben wir uns natürlich gut kennen gelernt und angefreundet und haben auch außerhalb der Reisen Kontakt. Auch mit anderen Reisenden, die mir nicht zugeteilt waren habe ich mich angefreundet, einer von ihnen hat mich sogar in meinem Wohnort in Schottland besucht. Mit ihm und einer anderen Reisenden haben wir dann noch mal eine private Reise über Silvester organisiert. Aus den Verbindungen sind also gute Freundschaften geworden.

Welches Reiseziel oder Erlebnis mit eurem Mitreisenden hat euch bisher am meisten berührt und warum? Da gibt es viele … Es berührt mich immer wieder, wie glücklich meine Mitreisende trotz ihrer Behinderung sind, wie viel gute Laune sie ausstrahlen und wie gerne sie lachen. Obwohl so ein Leben im Rollstuhl sicher nicht einfach ist.

Wie reagieren die Menschen in eurem Umfeld darauf, wenn ihr ihnen von euren Reisen erzählt? Sehr positiv. Die meisten sind beeindruckt, manche haben mich schon nach dem Namen der Organisation gefragt und wollten sich auch bewerben.

Was würdet ihr jedem, der auch als Assistenz arbeiten möchte, auf dem Weg geben? Es lohnt sich!

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1. Wann habt ihr eure erste Reise unternommen und wohin? Meine erste größere Reise mit Rollstuhl war nach Bern in die Schweiz. Das war 2010, glaube ich. Seit 2012 fliege ich einmal jährlich in die U

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